Datenmodell Energiebilanzschätzung
Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt · Halle (Saale)
Aktenzeichen 33.12/01/2024veröffentlicht 02.10.2024
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Fristen und TermineStand 08.11.2026
- Veröffentlichungvor 25 Monaten
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Beschreibung
Sachsen-Anhalt zählt zu den Bundesländern, in denen Energieversorgung und -verwendung eine große Rolle spielen. Sowohl Primär- als auch Endenergieverbrauch je Einwohner liegen deutlich über dem bundesweiten Mittelwert, so dass das Land auch in besonderem Maße in die Transformation zu einem klimaneutralen Energiesystem eingebunden ist. Vor dem Hintergrund, dass rund 80 % der Treibhausgasemissionen Sachsen-Anhalts auf die Verwendung fossiler Energieträger zurückzuführen sind, sind die Ziele der Energiewende in großem Maße deckungsgleich mit denen des Klimaschutzes. Daher ist eine geeignete Datengrundlage zum Aufkommen und der Verwendung von Energie wichtig, um faktenorientierte Entscheidungsgrundlagen, Informationen für die Öffentlichkeit sowie Grundlagendaten für weiterführende Analysen bereitzustellen. Das Statistische Landesamt erarbeitet als zentrale Bezugsgrundlage im jährlichen Turnus die Energiebilanz des Landes. Diese - und damit auch eine Vielzahl wichtiger Indikatoren - unterliegen jedoch einem deutlichen Zeitverzug von mehr als zwei bis zu drei Jahren. Es besteht daher eine temporale Datenlücke, für die das Land Sachsen-Anhalt keine ausreichenden Informationen zur Verfügung hat. Zwar können vielfach aus bestehenden externen Daten auch durch das LAU frühzeitig einfache Schlüsse gezogen werden beispielsweise in Form der THG-Bilanzschätzung des Landesamtes für Umweltschutz. Trotzdem verfügt das Land über keine Grundlage, um die Zusammenhänge der vergangenen Jahre in Sachsen-Anhalt systematisch abzubilden und zu interpretieren (z. B. Entwicklung von Stromimport und -export, Auswirkungen der Energiekrise in nicht-ETS-Bereichen). In den Nicht-ETS-Bereichen Wärme und Verkehr kommt hinzu, dass statistische Daten lediglich auf Ebene des Landes vorliegen und damit neben der zeitlichen „Lücke“ auch ein Defizit vorliegt, was die Aufgliederung auf Landkreise und Kommunen angeht, also ein Defizit der räumlichen Disaggregation. Die zeitliche Lücke wird beim Klimaschutzmonitoring des Landes deutlich. Die Bedarfe hierfür ergeben sich daraus, dass viele der bereits abgestimmten Indikatoren keine Aussage für den jeweiligen Berichtszeitraum liefern, sondern ein Bild der Vergangenheit zeichnen. Ein weiterer umfassender Bedarf an fachlich fundierten Daten ergibt sich beispielsweise aus der Wärmewende als hochdynamischem Prozess, der für das Land in naher Zukunft mit größeren Herausforderungen verbunden sein wird. Möglichst aktuelle Grundlagendaten für weiterführende Analysen sowie Ansatzpunkte für Fachabschätzungen sind daher erforderlich. Nicht zuletzt besteht der Bedarf an besseren Grundlagen, um Konsequenzen energiepolitischer Entscheidungen im Wärme- und Verkehrsbereich in Sachsen-Anhalt abzuschätzen. Auch weitere Aufgaben, die sich auf wesentliche Größen der Energiebilanz beziehen bzw. auf deren Daten aufbauen (Monitoring Landesziel zur Minderung von THG-Emissionen i. H. v. 5,65 Mio. t CO2äq; Emissionskataster Kleinfeuerungsanlagen) sind auf frühzeitige Informationen angewiesen. Leistungsprogramm Die zu erbringende Leistung beinhaltet die Entwicklung und Übergabe eines Modells inklusive Dokumentation welches eine Frühschätzung von Aufkommen und Verwendung von Energie in Sachsen-Anhalt ermöglicht sowie Testläufe mit Plausibilitätsprüfung und Ergebnisdarstellung. Zentrales Ziel ist die Verbesserung von (auch durch plausibilisierte Schätzung ermittelte) Grundlagendaten für Energie-, Klimaschutz- bzw. Wärmemonitoring. In einem Angebot sind die Vorgehensweise und Methodik zur Bearbeitung der einzelnen Arbeitspakte und Optionen des Leistungsumfangs ausführlich darzulegen und die Referenzen im Zusammenhang mit dem Produkt „Datenmodell“ im Kontext von Energiebilanzen zu nennen. Der Liefer- und Leistungsumfang umfasst die nachfolgenden Leistungsinhalte: A) Daten-Modellerstellung Frühschätzung Energiebilanz Sachsen-Anhalt - Erstellung eines Modells zur Frühschätzung der Energiebilanz Sachsen-Anhalt (inkl. Satellitenbilanz) - Grundlage sind die jeweils mit Zeitverzug vorliegende Energiebilanz des statistischen Landesamtes, sowie weitere, maßgeblich öffentlich verfügbare Daten sowie Daten, die der Auftraggeber zusätzlich bereitstellen kann (z.B. Informationen aus Emissionsschutzberichten, ggf. Schornsteinfegerdaten [nach PLZ], Gebäudedaten etc.) - Bewertung mit Emissionsfaktoren zur Abschätzung von Emissionen. - Das Strukturgerüst der relevanten bundeslandbezogenen Bilanzen (LAK) soll Grundlage sein. Das Modell sollte darauf abzielen, möglichst bis Mai des jeweiligen Folgejahres aussagekräftige Informationen für das Vorjahr sowie Grundlagendaten für Indikatoren zu liefern, die ansonsten nur mit deutlichem Zeitverzug vorliegen (siehe Anlage). - Es können Erweiterungen als optionale Bausteine mit angeboten werden, die dauerhaft verbesserte Aussagen in regionaler oder zeitlicher Perspektive ermöglichen (z.B. zur Regionalisierung der wärmebezogenen Indikatoren b, f, siehe Anlage oder auch zu Prognosen). - Einbindung von Parametern und Schätzalgorithmen (für das Jahr 2023) - Das Modell soll offen für Erweiterungen sein (modularer Aufbau, z.B. zur Ergänzung von nicht-energiebedingten Emissionen). B) Plausibilisierung und Testläufe - Anwendung des Modells zur Lieferung von Ergebnissen für das Bilanzjahr 2023 - Plausibilisierung (auch anhand weiterer Grundlagendaten) und Dokumentation Prognoseschritte / Schätzalgorithmen / Integration Parameter / manuelle Eingriffe - Übergabe des Modells/der Modelldaten an den Auftraggeber. Erstellung einer erklärenden Präsentation/Kurzbericht für die Ergebnisse der Testläufe Modellergebnisse sollten erstmals im Mai möglich werden C) Beratungen und Einarbeitung - Nach der Vergabe hat das erläuternde Gespräch (Anlaufberatung) zur Vorgehensweise, zum Ablaufplan und zur Datenübernahme beim Auftraggeber (AG) zu erfolgen (Dauer ca. 2 Stunden). - Modellzusammenhänge und Annahmen sind in mindestens einem Termin (einer im Jahr 2024) mit einem Beirat aus Vertretern und Vertreterinnen der Landesenergieagentur, des Landesamtes für Umweltschutz und des Umwelt- und Energieministeriums zu erörtern. - In einem weiteren Termin sind MitarbeiterInnen des LAU in das Modell und dessen Zusammenhänge einzuarbeiten. Dabei ist von einem vergleichsweise guten Wissensstand zu den Zusammenhängen länderspezifischer Bilanzen auszugehen. Sämtliche Daten, das Modell und die anzufertigende Dokumentation sind dem Auftraggeber in einem geeigneten Format zu übergeben. Das Modell ist unter Berücksichtigung der technischer Standardausstattung des Auftraggebers (MS Office) zu entwickeln und die zugrundeliegenden Algorithmen für den Auftraggeber erschließbar zu halten. Die Modellanwendung soll das Landesamt für Umweltschutz dauerhaft in die Lage versetzen, Berichtsinhalte zum Klimaschutzmonitoring-Bericht zu erstellen. Grundsätzlich sollte es eine auch ausblickend hohe Praktikabilität für die Veränderungen von Algorithmen und ein leichtes Einpflegen neuer Daten aufweisen. Die ermittelten Daten und Modellgrundlagen sind vollständig und ohne Zurückhaltung von Duplikaten dem AG zum Auftragsende auf digital zu übergeben. Eine anderweitige Verwendung, Abgabe oder Bekanntgabe an Dritte ist nicht statthaft. Die Forderungen des Bundes- und Landesdatenschutzgesetzes sind einzuhalten.
Gegenstand nach CPV
- 50000000Reparatur- und WartungsdiensteHauptgegenstand
- 51000000Installation (außer Software)
- 55000000Dienstleistungen des Hotel- und Gaststättengewerbes und des Einzelhandels
- 66000000Finanz- und Versicherungsdienstleistungen
- 70000000Immobiliendienste
- 71000000Dienstleistungen von Architektur-, Konstruktions- und Ingenieurbüros und Prüfstellen
- 75000000Dienstleistungen der öffentlichen Verwaltung, Verteidigung und Sozialversicherung
- 77000000Dienstleistungen in Landwirtschaft, Forstwirtschft, Gartenbau, Aquakultur und Bienenzucht
- 79000000Dienstleistungen für Unternehmen: Recht, Marketing, Consulting, Einstellungen, Druck und Sicherheit
- 80000000Allgemeine und berufliche Bildung
- 85000000Dienstleistungen des Gesundheits- und Sozialwesens
- 90000000Abwasser- und Abfallbeseitigungs-, Reinigungs- und Umweltschutzdienste
- 92000000Dienstleistungen in den Bereichen Erholung, Kultur und Sport
- 98000000Sonstige gemeinschaftliche, soziale und persönliche Dienste
Zuschläge
| Zuschlag an | Angebote |
|---|---|
| Leipziger Institut für Energie GmbH, Lessingstr. 3, 04109 Leipzig | – |
AuftraggeberZur Seite der Vergabestelle
- Anschrift
- 06116 Halle (Saale)
- Kontakt
- ?keine Angabe
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Quelle: Bekanntmachungsservice des Bundes (oeffentlichevergabe.de), Lizenz CC0. Stand der Daten: 02.11.2026. Maßgeblich ist allein die Originalbekanntmachung. Kennung 75e1858f-b4dd-4759-92e3-2a05de17c44f.