Beschaffung eines Hydra Bio CX Small Dual Beam Mikroskop der Firma Thermo Fischer Scientific
Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V. · München, Bayern
Aktenzeichen VI-2025-0008veröffentlicht 01.07.2025LieferleistungenVerhandlungsverfahren ohne Aufruf zum Wettbewerb
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- Veröffentlichungvor 16 Monaten
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Beschreibung
Am Max-Planck-Institut für Biochemie (MPIB) ist eine Forschungsgruppe für KryoEM Technologie eingerichtet. Die Gruppe widmet sich unter der Leitung von Prof. Dr. Jürgen Plitzko der Entwicklung und Anwendung innovativer Werkzeuge und Technologien in der Kryo-Elektronenmikroskopie (cryoEM) und insbesondere der Kryo-Elektronentomographie (cryoET). Prof. Plitzko stellt den Beschaffungsbedarf und dessen Gründe wie folgt vor (Auszug): Zu Forschungszwecken möchte die Forschungsgruppe ein hochauflösendes Rasterelektronenmikroskop (FE-REM bzw. FE-SEM: Field-Emission-Scanning Electron Microscope) mit einem hochmodernen fokussierten induktiv gekoppelten Plasma-Ionenstrahl beschaffen. Das Mikroskop soll sowohl für die kryogene Probenpräparation als auch die Bildgebung, insbesondere die Kryo-Volumen-EM-Bildgebung, verwendet werden. Kryogene Proben ('Frozen-hydrated') sind vitrifizierte Proben, die sowohl mittels Schockgefrieren bei atmosphärischem Druck ('Plunge-freezing') als auch unter Hochdruck ('High-pressure freezing; HPF'), bei ca. 2000 bar, hergestellt werden. Die Proben sollen mit einem Plasma-Ionenstrahl (Focused-Ion-Beam, FIB) präpariert werden. Dieser Plasma-Ionen-Strahl dient der gezielten Entfernung von Material (Ablation). Der fokussierte induktiv gekoppelte Plasma-Ionenstrahl soll eine ortsspezifische großvolumige Materialentfernung und präzises Top-Down- und Querschnittfräsen ermöglichen. Ein wichtiger Vorteil der Verwendung von Plasmaquellen sind die höheren Strahlströme. Dies ermöglicht die Ablation von großen, unter hohem Druck gefrorenen Gewebeproben mit bis zu einer Größenordnung höheren Ablations-Raten im Vergleich zu herkömmlichen Flüssigmetall-Ionen-quellen, die häufig mit Gallium-Ionen betrieben werden.
Kryo-FIB/SEMs (Focused-Ion-Beam Scanning Electron Microscope) werden in der Regel für die Präparation von TEM-Lamellen verwendet. Diese Lamellen, die 100-200 Nanometer dick sind und lateral mehrere zehn Mikrometer messen, sind die Grundvoraussetzung für hochauflösende Strukturuntersuchungen für die Kryo-Elektronentomographie aus biologischem Material.
Der Materialverlust ist ein großes Problem und die Bearbeitungszeiten für die Erzeugung von Lamellen aus großen Proben erstrecken sich mit den derzeit in der Forschungsgruppe vorhandenen Geräten über mehrere Tage. Mit herkömmlichem Gallium-betriebenen FIBs ist dieses Problem noch vergrößert, da es sowohl in den gegebenen Abtragungsraten als auch in den verwendeten Strahlströmen limitiert ist. Proben bis maximal 40 Mikrometer Dicke können zwar bearbeitet werden, jedoch ist der Zeitaufwand dazu enorm.
Schwerere Plasma-Ionen wie Xenon, die auch bei hohen Strahlströmen eine vorteilhafte lineare Beziehung aufrechterhalten, verkürzen die Zeit für die Lamellenerzeugung. Dies steht im deutlichen Gegensatz zu Gallium (Flüssigmetall-Ionen). Damit ist die Präparation von Proben die dicker sind als 40 Mikrometer mit einem Plasma FIB möglich. Dies bedeutet, dass auch Proben bis zu einer Dicke von 300 Mikrometern mit dem Plasma FIB zugänglich gemacht werden. Daher soll das Mikroskop mit Xenon-Ionen betrieben werden können.
Das Mikroskop soll neben Xenon über drei weitere Arten von Plasma-Ionen verfügen, die unabhängig voneinander verwendet werden können. Konkret: Sauerstoff, Argon- und Stickstoff-Ionen. Das ermöglicht die Verfolgung von so genannten Multi-Ionen Präparationsansätzen, d.h. ein Basisfräsen mit Xenon, ein Fein-Fräsen mit Argon oder Sauerstoff, um mögliche Strahlenschäden durch den Fräsvorgang zu minimieren. Ansätze, die bereits in den Materialwissenshaften verwendet werden, jedoch noch nicht bei kryogenen Temperaturen. Dies soll nun erforscht werden. Inwieweit Stickstoff (N) Vorteile bei kryogenen Proben bietet, ist zurzeit noch wenig erforscht.
Die Volumenbildgebung wird in der Regel mit Argon-Ionen durchgeführt, die zwar kleiner als Gallium-Ionen sind, aber höhere Ströme als Gallium-Ionen ermöglichen und auch weniger "Vorhang"-Artefakte ('Curtaining') beim Fräsen verursachen. Das gleiche gilt für Sauerstoff (O), welches ebenfalls Vorteile, wie geringere Aufladungen beim Fräsen als auch beim Volume-Imaging aufweist.
Da große Mengen an Gewebeproben entnommen werden, ist es außerdem unerlässlich, in diesen riesigen 'Landschaften', respektive Volumina navigieren zu können, bestimmte Regionen darin anzuvisieren und so den Gesamtkontext beizubehalten. Daher ist die Fähigkeit zur multimodalen Bildgebung mit Fluoreszenz-Licht-Mikroskopie bzw. mit dem Rasterelektronen-Mikroskop (REM, VolumeEM) zwingend erforderlich, um ein Navigieren zu ermöglichen und auch die verschiedenen Längenskalen zu überbrücken.
Das Gerät muss sowohl das "On-the-Grid"-Lamellenfräsen als auch die Präparation von Lift-Out-Lamellen unterstützen. Dazu bedarf es eines Mikromanipulators, der die Präparation von Lift-Out-Lamellen bei kryogenen Temperaturen unterstützt. Hiermit soll das Serial-Lift-Out-Verfahren weiterentwickelt werden, welches als eine bahnbrechende Methode für den Zugang zu Gewebe und mehrzelligen Organismen auf molekularer Ebene angesehen werden kann und einen Forschungsschwerpunkt der Forschungsgruppe von Prof. Plitzko bildet.
Die Forschung hat zum Ziel, das Serial-Lift-Out Verfahren vollständig zu automatisieren und so die Anwendung von den Fähigkeiten des Benutzers zu entkoppeln und den Prozess zu beschleunigen. Zu diesem Zweck muss die Software des Gerätes über eine Scripting-Option für die von der Forschungsgruppe selbst entwickelte Software SerialFIB verfügen.
Zudem muss das Gerät über Kryo-Schleusen und Halter verfügen, die mit der bestehenden Instrumentation der Mandantin kompatibel sind.
Gegenstand nach CPV
- 38512100IonenmikroskopeHauptgegenstand
Bedingungen
Zuschlag0 von 1 angegeben
- Kriterien
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Eignung0 von 2 angegeben
- Kriterien
- ?keine Angabe
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Laufzeit und Umfang1 von 5 angegeben
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- Verlängerung
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- Optionen
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- Rahmenvereinbarung
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Angebot und Einreichung0 von 8 angegeben
- Elektronische Einreichung
- ?keine Angabe
- Einreichung über
- ?keine Angabe
- Sprache
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- Nebenangebote
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- Mehrere Hauptangebote
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- Bindefrist
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- Angebotsöffnung
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- Sicherheiten
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Ausführung1 von 4 angegeben
- Vertraulichkeit
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- E-Rechnung
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- Vorbehaltene Ausführung
- ?keine Angabe
- EU-Mittel
- Auftragsvergabeprojekt nicht aus EU-Mitteln finanziert
Rechtsschutz3 von 3 angegeben
- Nachprüfungsstelle
- Regierung von Oberbayern Vergabekammer Südbayern, 80534 München
- Fristen für Nachprüfungsanträge
- Gemäß § 135 Abs. 3 GWB beträgt die Frist zur Geltendmachung von Vergaberechtsverstöße durch einen Nachprüfungsantrag 10 Kalendertage gerechnet ab dem Tag nach der Veröffentlichung dieser Bekanntmachung.
- Beschaffungsübereinkommen (GPA)
- fällt darunter
Zusätzliche Informationen1 von 1 angegeben
- Hinweis
Nur das Hydra Bio CX Small Dual Beam Mikroskop der Firma Thermo Fischer Scientific erfüllt die gewünschten Spezifikationen: Der einzige weitere Hersteller eines Plasma FIB/SEM, welches für den Kryo-ET Arbeitsablauf verwendet werden könnte, ist Tescan mit dem Amber X. Das Amber X nutzt jedoch nur ei … ganz lesenkürzer
Nur das Hydra Bio CX Small Dual Beam Mikroskop der Firma Thermo Fischer Scientific erfüllt die gewünschten Spezifikationen: Der einzige weitere Hersteller eines Plasma FIB/SEM, welches für den Kryo-ET Arbeitsablauf verwendet werden könnte, ist Tescan mit dem Amber X. Das Amber X nutzt jedoch nur eine Ionenspezies (Xenon) und nicht wie gewünscht vier (Xenon, Argon, Sauerstoff, Stickstoff). Auch besitzt das Amber X von Tescan kein integriertes Fluoreszenz-Licht-Mikroskop, entspricht nicht den gewünschten Spezifikationen hinsichtlich Bildgebung und Auflösung, ist mit Kryo-Haltern von Drittanbietern (z.B. Quorum oder Leica) ausgestattet, die mit der bestehenden Instrumentation und mit der selbst entwickelten Software SerialFIB momentan nicht kompatibel ist. Zeiss ist im Bereich der kryogenen Probenpräparation für die Kryo-Elektronentomographie derzeit nur eingeschränkt wettbewerbsfähig. Zwar bietet das Unternehmen FIB/SEM-Systeme mit flüssiger Metallquelle im Rahmen des Crossbeam-Correlative-Cryo-Workflows sowie Kryo-Zubehör von Drittanbietern an, jedoch bislang kein Plasma-FIB/SEM, das für die spezifischen Anforderungen der geplanten Anwendungen geeignet wäre. Bis vor Kurzem beschränke sich das Angebot zudem auf ein Instrument mit Helium- und Neon-Ionenquelle ohne integrierte Elektronensäule, sodass keine klassische SEM-Abbildung möglich ist. Hitachi bietet zwar ein Ar/Xe Plasma FIB/SEM, habeaber keine essenziellen Erweiterungen bzw. Tendenzen diese auch für kryogene-Proben auszubauen. Hitachi bedient zudem generell nicht den akademischen oder Life-Science Markt an. Die Firma JEOL hat momentan noch kein Plasma FIB/SEM in ihrem Produkt-Programm. Sowohl Tescan (als auch Zeiss) verwenden Drittanbieter für entscheidende Komponenten,, wie beispielsweise die Luftschleuse ('airlock') um kryogene Proben in das Instrument einzubauen (in beiden Fällen: Quorum und Leica), als auch den Halter (ebenfalls in beiden Fällen: Quorum und Leica) bzw., den Mikromanipulator für kryogenen Lift-out (z.B. hier Zeiss Omniprobe; Tescan hat seit 2021 mittlerweile einen eigenen Mikromanipulator). Das FEI/TFS Hydra Bio ist mit der von Max-Plack-Insitut für Biochemie entwickelten Software (SerialFIB) vollumfänglich kompatibel. Tescan hat noch keine funktionierende Schnittschnelle entworfen ebenso wenig Jeol. Zeiss habe zwar mittlerweile diese notwendige Schnittstelle, doch bietet Zeiss kein Multi-Ion-Plasma FIB an. Es ist nicht absehbar, dass bald dem Beschaffungsbedarf adäquate Neuentwicklungen auf den Markt kommen: Die Entwicklungszyklen für die einzusetzenden Technologien reichen von 3 bis 5 bis zu 10 Jahren und mehr. Zwar wäre theoretisch der Bau eines maßgeschneiderten Geräts auf Basis der Tescan NanoSpace-Plattform denkbar, dieses würde jedoch zwei separate Ionenquellen (z. B. für Argon und Xenon) sowie Kryo-Zubehör von Drittanbietern erfordern. Die Integration bestehender Arbeitsabläufe und Software müsste eigens entwickelt werden. Zudem wäre die Kompatibilität mit den bestehenden Systemen am MPI für Biochemie ohne aufwendige Anpassungen nicht gewährleistet. Neben erheblichen Entwicklungs- und Zusatzkosten wäre eine Verfügbarkeit frühestens in 18 bis 20 Monaten realistisch - verbunden mit einer anschließenden Test- und Validierungsphase. Eine Realisierung der geplanten Anwendungen und Entwicklungen ist daher erst nach drei Jahren denkbar. Zudem würde dieses Gerät dann über lediglich über zwei Plasma Ionen verfügen und noch dazu über zwei separate Ionen-Säulen sowie über Kryo-Zubehör von Drittanbietern. Angesichts dieses Aufwands und der technologischen Komplexität erscheint eine Sonderanfertigung weder praktikabel noch wirtschaftlich vertretbar. Das Instrument Orion NanoFab von Zeiss wird nicht mehr beworben oder produziert. Weiterentwicklungen auf dieser Plattform sind somit nicht zu erwarten, was eine nachhaltige Nutzung im wissenschaftlichen Bereich der Kryo-Elektronentomographie ausschließt. Die verwendete Gasfeld-Ionisationsquelle ( …
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Marktumfeldvon uns ausgewertet
Vergabemeldungen der letzten 24 Monate mit Hauptgegenstand CPV 385 (Apparate und Geräte zum Prüfen und Testen) in Bayern. Abgeleitet aus veröffentlichten Bekanntmachungen, keine amtliche Statistik. Zuschlagswerte unter 1.000 € zählen wir als Platzhalter nicht mit.
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Quelle: Bekanntmachungsservice des Bundes (oeffentlichevergabe.de), Lizenz CC0. Stand der Daten: 04.11.2026. Maßgeblich ist allein die Originalbekanntmachung. Kennung 2c1f16b0-3cbe-414b-af87-16620c325381.